Rezension „Das Spiel der Könige“ von Rebecca Gablé

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Das Spiel der Könige von Rebecca Gablé

Lektorat: Karin Schmidt

Erschienen als Taschenbuch

1196 Seiten

ISBN: 978-3-404-16307-6

Erschienen bei BASTEI LÜBBE

 

Inhalt

England 1455: Der Bruderkrieg zwischen Lancaster und York um den englischen Thron macht den achtzehnjährigen Julian unverhofft zum Earl of Waringhaam. Als mit Edward IV. der erste König des Hauses York die Krone erringt, brechen für Julian schwere Zeiten an. Obwohl er ahnt, dass Edward seinem Land ein guter König sein könnte, schließt er sich dem lancastrianischen Widerstand unter der entthronten Königin Marguerite an, denn sie hat ihre ganz eigenen Methoden, sich seiner Vasallentreue zu versichern. Und die Tatsache, dass seine Zwillingsschwester eine gesuchte Verbrecherin ist, macht Julian verwundbar …

Das Spiel der Könige ist das Dritte Buch der Waringham-Saga. Zuvor sollte Das Lächeln der Fortuna und Die Hüter der Rose gelesen werden. Dies ist zwar nicht zwingend nötig, aber es ist sehr empfehlenswert, um die Hintergründe zu verstehen.

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„Ihr habt eine lose Zunge, Waringham.“

„Das ist ein Familienleiden“, erklärte Julian.

Seite 775

 

 

 

In das Spiel der Könige begleiten wir Blanche und Julian of Waringham, die Kinder von John of Waringham, und England durch eine schwere Zeit, nämlich durch den 30-jährigen Rosenkrieg. Das Buch spielt von Mai 1455 bis September 1485. Zur Regierungszeit von König Henry VI war der hundertjährige Krieg für England verloren. Das alleine sorgte schon für wenig Ansehen des Königs beim Volke. Seine Nervenzusammenbrüche und immer wiederkehrende Geistesschwäche waren dem Ganzen nicht wirklich förderlich. König Henry ist mit einer französischen Löwin verheiratet, die durch die geistige Verwirrtheit ihres Mannes dazu genötigt wird Königin und König in einem zu sein und England zu regieren. Dadurch fühlen sich einige andere bemächtigt nach der Krone zu greifen, da in ihrem Blut auch königliches Blut fließt. So z.B. Richard Plantagenet, Duke of York. Denn durch die englische Erbfolge hat er genau so ein Anrecht auf die Krone wie Henry VI. Ihre Stammbäume gehen beide auf Edward III zurück. Und schon herrscht in England ein Bruderkrieg, in dem die einen für die rote Rose (das Haus Lancaster) und die anderen für die weiße Rose (das Haus York) kämpfen. Jeder versucht seinen König über England herrschen zu lassen. Lancastrainer gegen Yorkisten. Viele gute Freunde und treuergebene Lancastrianer sterben oder werden hingerichtet. So wird auch unerwartet und überraschend Julian zum Earl of Waringham. England ist gespalten und Blanche und Julian geraten zwischen die Fronten. War Julian zu Anfang nicht klar auf welcher Seite er stehen soll, so verfestigt sich das im Laufe des Buches. Jedoch bleibt seine innere, pragmatische Stimme immer erhalten und lässt ihn manchmal zweifeln. Diese äußert er nicht laut, denn in diesen Zeiten wird man schneller als man glaubt als Verräter bezeichnet und geköpft. Der Riss, der durch England geht ist auf jeder Seite spürbar. Dieser bestialische Krieg macht nicht einmal mehr Halt vor Kindern, wenn diese den Weg zur Krone versperren.

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Für mich ist das Öffnen eines Buches der Waringham-Saga wie nach Hause kommen. Rebecca Gablé beschreibt die Charakterisierungen, Handlungen und Schauplätze so, dass ich immer das Gefühle habe direkt daneben zu stehen, zu zusehen und die Menschen von Waringham schon ewig zu kennen. Ich fühle Erleichterung mit den fiktiven Gestalten der Geschichte, wenn sie endlich wieder auf Burg Waringham ankommen oder eine Schlacht überlebt haben. Zeitweise tat ich mich in diesem Buch mit den verwandtschaftlichen Verhältnissen etwas schwer, da alle irgendwie miteinander verwandt sind. So ist fast jeder ein Cousin zu Julian of Waringham. Cousin ist in diesem Buch eines der am meisten verwendeten Wörter, genauso häufig treten die Namen Henry und Edward auf.

 

Wer historische Romane mag wird diese Saga lieben. Ich mochte historische Romane schon immer gerne, bevorzugte aber immer welche die in Deutschland spielten. Seit ich auf die Waringham-Saga gestoßen bin, bin ich süchtig danach. So werde ich natürlich auch den vierten und letzten Teil lesen, auch wenn ich nur schweren Herzens Abschied nehmen werde von Waringham.

5/5 Punkten

7 Gedanken zu „Rezension „Das Spiel der Könige“ von Rebecca Gablé

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