Rezension „Der dunkle Thron“ von Rebecca Gablé

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Der dunkle Thron

956 Seiten

Erschienen als Taschenbuch

ISBN: 978-3-404-16843-9

Reihenfolge Band 4

Erschienen bei Bastei Lübbe

 

 

Inhalt

London 1529: Nach dem Tod seines Vaters erbt der vierzehnjährige Nick of Waringham eine heruntergewirtschaftete Baronie – und den unversöhnlichen Groll des Königs Henry VIII. Dieser will sich von der katholischen Kirche lossagen, um sich von der Königin scheiden zu lassen. Bald sind die „Papisten“, unter ihnen auch Henrys Tochter Mary, ihres Lebens nicht mehr sicher. Doch in den Wirren der Reformation setzen die Engländer ihre Hoffnungen auf Mary, und Nick schmiedet einen waghalsigen Plan, um die Prinzessin vor ihrem größten Feind zu beschützen: ihrem eigenen Vater …

Meinung

Dieses ist das letzte Buch der Waringham-Sage. Dies war zumindest der Stand, als ich dieses Buch zum ersten Mal gelesen haben und auch begonnen habe diese Rezension zu schreiben. Jetzt gibt es ein weiteres Buch wie wir alle wissen, nämlich der Palast der Meere. Aber weiter im Text: Nach dem das Spiel der Könige 1485 endete sind bisher 44 Jahre vergangen und wir haben in Waringham eine ganze Generation ausgelassen. Wir befinden uns im Jahre 1529. Nicholas of Waringham ist also der Urenkel von Julian of Waringham, der im Jahre 1500 starb. Im dritten Teil durchlebte Julian die Rosenkriege und kämpfte dafür, dass ein Tudor den Thron besteigen kann.

In diesem Buch werden die Jahre 1529-1553 behandelt und wir begleiten Nick durch eine sehr turbolente Zeit. Der erstgeborene Sohn von König Henry VII Arthur Tudor war mit Catalina von Aragon verheiratet, starb aber im zarten Alter von 15 Jahren. Deshalb konnte die Ehe nicht vollzogenen werden. So bestieg Henry VIII mit gerade mal 17 Jahren den Thron und heiratete die junge Witwe Catalina von Aragon und bekam mit ihr eine Tochter Mary.

Nick und seine Schwester Laura haben ihre Mutter sehr früh verloren und kommen mit ihrer Stiefmutter Yolanda (Sumpfhexe) überhaupt nicht klar. Diese ist hinter Jaspers Rücken ein richtig gemeines Biest. Auch Louise (Brechnuss), Yolandas leibliche Tochter ist nicht nett zu ihren Stiefgeschwistern. Doch Japser bekommt von den Gemeinheiten seiner neuen Frau und deren Tochter überhaupt nichts mit, denn das Einzige was Jasper interessiert sind seine geliebten Bücher. Sogar seine Burg ist dem Verfall ausgesetzt. Denn der Turm des Bergfrieds ist eingestürzt. Es war erschütternd den Verfall von Waringham zu lesen. Wie schlecht es auch um die Menschen dort steht.

Nick muss zu einer düsteren und gefährlichen Zeit aufwachsen. Als er dann mit gerade einmal 14 Jahren von seinem Vater eine heruntergewirtschaftete Baronie mit ein paar Pferden und einen großen Titel erbt inklusiver einer fiesen Stiefmutter ist er ziemlich auf sich alleine gestellt. Es tut im Herzen weh zu sehen wie schlimm es um Waringham bestellt ist. Auch Nick belastet dies sehr, aber es fehlt ihm am nötigen Kleingeld, um diesen Zustand zu beenden. Nick versucht sich so gut es geht von Hofe fernzuhalten. Denn wie alle Waringhams besitzt auch Nick den Hang sich bei jeder Gelegenheit um Kopf und Kragen zu reden und politisches Kalkül ist so gar nicht das seine. Aber es dauert nicht lange bis er zur Königin Catalina von Aragon bestellt wird. Sie ringt ihm das Versprechen ab ihre Tochter Mary zu beschützen und ihr ein Freund zu sein. Denn Anne Boleyn hat den König verzaubert und da Catalina ihm keinen Sohn schenken konnte, will er die Ehe annullieren lassen.

An diesem Hof gibt es so gut wie niemanden mehr, der noch wagt, die Wahrheit auszusprechen. Aber Ihr seid unberührt von der Verkommenheit und Korruption dieses Hofes, und Ihr seid ein Waringham, die dafür bekannt sind, eine manchmal fatale Neigung zur Wahrheit zu haben. Seite 167

Nick’s lose Zunge bringt ihn nicht nur einmal in Gefahr, aber irgendwie schafft er es immer sich aus einer ausweglosen Situation zu retten. Sehr anstrengend ist, dass in diesem Buch scheinbar jeder mit jedem verwandt ist. Wir treffen auf unzählige Vetter von Nick, welche man schon fast wieder vergessen hat oder er entdeckt einen fernen Familienzweig, auch bei Hofe ist das so und dann noch die vielen Königinnen in diesem Buch. Im Englischunterricht haben wir einmal König Henry VIII behandelt und es ist schon ein Wahnsinn wie viele Königinnen und Frauen er hatte und was er alles in Kauf genommen hat, um zu kriegen was er will und Nick steckt da mitten drin, denn sein Versprechen gegenüber der ersten Frau von Henry will er auf keinen Fall brechen und so versucht er in all der schweren Zeit ein Freund für Prinzessin Mary zu sein und sie niemals allein zu lassen. Ein Waringham eben. Jedoch etwas untypisch für einen echten Waringham ist, dass Nick sich sehr aus der Politik heraushält und nicht vorne mitmischt, was aber auch hier nur verständlich ist, denn die Zeit der Lancaster ist lange vorbei und auch, die der alten adeligen Geschlechter mit einem ewig langem Stammbaum, denn nicht viele alte adelige haben den Rosenkrieg unbeschadet überstanden und in diesen Zeiten zählen auch mehr die neu Emporkömmlinge, welche durch Geld und Bildung zu Einfluss und Macht gekommen sind. So auch der Earl of Suffolk. Insgeheim verübeln all diese neu Emporkömmlinge Nick den langen alten Stammbaum, denn den hätten sie auch gerne. Leider zählen ritterliche Manieren und viele alte seit Jahrhunderten übliche Traditionen nichts mehr und ganz England befinden sich im Aufbruch. Jeder mein er habe den rechten Glauben, egal ob Papist oder Reformer. Jeder glaubt nur er hat recht und bald ist England in zwei Lager gespalten. Mal wieder nur sind es dieses Mal nicht in Yorkisten oder Lancasterianer, sondern in Reformer oder Papisten. Auch Nick plagen oft Zweifel, weiß er doch nicht so recht, welche Laune des Königs er nun wieder folgen muss.

„Bei jedem Blick in ein jedes Buch kann man etwas Neues lernen, will mir scheinen, weil man nie derselbe Mann ist wie der, welche letzte Woche darin gelesen hat. Oder?“ Seite 16

Fazit

Dieser Teil der Waringham-Saga ist einer der düsteren, denn England ist gespalten. König Henry VIII stellt seine Untertanen hart auf die Probe mit seiner Verschwendungssucht von Frauen. Nick gerät eher unfreiwillig in die Sache des Königs hinein, aber hat er einmal ein Versprechen gegeben hält er es auch sein Leben lang. Es war spannend Nick und Mary auf ihrem steinigen Weg zu begleiten. 5/5 Punkte

Weitere Bücher

Band 1 Das Lächeln der Fortuna –> Rezension

Band 2 Die Hüter der Rose -> Rezension

Band 3 Das Spiel der Könige -> Rezension

Band 5 Der Palast der Meere

2 Gedanken zu „Rezension „Der dunkle Thron“ von Rebecca Gablé

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