Rezension „Einfach beste Freundinnen!“ von Saskia Stöcker/Claudia Feldtenzer

978-3-15-020416-0Zum Buch

Einfach beste Freundinnen!

Erschienen als Taschenbuch

150 Seiten

ISBN: 978-3-15-020416-0

Erschienen bei Reclam

 

 

 

Inhalt

Nicht alle Beziehungen sind kompliziert. Egal, was passiert, wie spät es ist oder wie weit du von ihr entfernt bist, sie ist immer da. So wie sie immer für dich da war. Starke Frauen, von Doris Dörrie, Rose Ausländer, Anne Frank über Karla Paul und Lea Streisand bis hin zu Doris Lessing, erzählen, was es bedeutet eine beste Freundin zu sein und/oder zu haben.

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Entgegen der eigenen Familie haben wir uns bewusst ausgesucht und über Lachen und Parties gefunden, wir haben uns mit Tränen und Bauschmerzen, durch Nächte voller Alkohol und Streit aneinander gebunden und über jede Entfernung hinweg einfach nicht mehr losgelassen. Seite 49

Meinung

Schon die erste Seite lädt gleich dazu ein dieses Buch seiner besten Freundin zu schenken, denn sie ist so schön gestaltet und ich bin mir sicher jede beste Freundin freut sich genau über so etwas. Ein Buch an die beste Freundin, ohne die das Leben nun mal nicht das gleiche wäre. Denn sind wir mal ehrlich, keiner ruft eine x-beliebige Freundin an mitten in der Nacht, um ihr sein Leid zu klagen. Manchen Kummer oder manches Leid kann einfach nur die beste Freundin verstehen, sie hat schon alle Höhen und Tiefen mit einem durchgestanden, versteht warum man wohl in einer Situation so reagiert oder eben auch nicht. Sie weiß genau wann es besser ist einfach die Klappe zu halten und wann gute Ratschläge erwünscht sind. Manchmal ist auch das miteinander Schweigen das richtige. Oder einfach nur da sein und die Taschentücher anreichen, falls das Leben gerade auseinanderbricht, aber sie ist auch die einzige, die Dinge sagen darf, die man anderen Leuten krumm nimmt. Sie belgeitet einen hoffentlich das ganze Leben lang. Dieses Buch beschreibt die unterschiedlichsten Freundschaften, egal welchen Alters. Am meisten begeistert hat mich die Geschichte einer 100 Jährigen. Sie hatte eine beste Freundin seit der Schulzeit und wäre mir ihr wahnsinnig gerne alt geworden, denn sie waren immer befreundet egal wie weit sie auseinander gelebt haben oder wie unterschiedlich ihr Leben auch verlaufen ist, doch dann hat der Tod sich dazwischen gedrängt und nun? Nun gab es die beste Freundin nicht mehr und die alte Dame hat durch Zufall eine neue beste Freundin gefunden. Also steht einem auch mit 70 Jahren noch die Möglichkeit offen eine neue beste Freundin zu finden. Sie ist zwar nicht mehr das gleiche wie die alte, aber man kann viel neues zusammen entdecken.

Saskia Stöcker hat Martin Vogt, den Jugend- und Sprachforscher in München interviewt, denn die Online-Kommunikation verändert das Verhalten von Mädchen, sowie Jungs, es ändert aber auch die Art der Freundschaft, denn es findet immer mehr „Leben“ online statt. Dort präsentieren Mädchen ihre Freundschaften, zeigen wie beliebt sie sind oder wie wichtig ihnen ihre beste Freundin ist. Nicht mehr so wie früher, Händen halten und Bussi Bussi mit der besten Freundin. Das alles wird mehr und mehr ins Online-Leben übertragen. Auch Anne Frank findet einen Platz in dem Buch, ihre beste Freundin war ihr Tagebuch, denn sie hat keine reale beste Freundin gefunden, die zu ihr passt. Und leider ist sie auch zu früh gestorben, um die überhaupt die Möglichkeit zu bekommen sich eine beste Freundin zu suchen. Eine weitere Geschichte erzählt Karla Paul, Buchkolumne, wie sie und ihre beste Freundin sich gefunden und vor allem ihre Freundschaft erhalten haben: Denn zusammen sind wir Gold wert.

 

Aber wir lernen leider so selten aus den Büchern, selbst wenn es die wirklich Guten sind, und wir wissen nur noch um die grauen Herren, aber nicht, wie man sie wieder los wird. Ganz ehrlich, manchmal und immer öfter haben wir da durchaus einen Fehler im eigenen System. Seite 52

 

Es gibt aber auch eine Erzählerin in diesem Buch, die keine beste Freundin hat. Die diese aber auch nicht vermisst und nicht verstehen kann wozu man eine beste Freundin überhaupt braucht. Sie ist eine durchaus sympathische Person und hat viele Freundinnen und so sagt sie auch von sich genau das braucht sie. Nicht nur eine einzige Person, die alles mit ihr teilt, sondern viele Freundinnen, die aber alle für unterschiedliche Teile ihres Lebens zu ständig sind.

Dann kommt noch eine Frau zu Wort, deren beste Freundin ein Kind erwartet und das stellt ihre Freundschaft auf eine harte Probe, denn die einstmals beste Freundin, die immer ein offenes Ohr hat ändert ihre Prioritäten und plötzlich ist die beste Freundin nicht mehr immer da oder hat immer Zeit, denn sie ist in eine andere Zone gerutscht. Jetzt steht erst einmal das Baby an erster Stelle. Aber eine beste Freundin bleibt immer eine beste Freundin, auch wenn sich die Prioritäten ändern, man passt sich einander einfach wieder neu an. Das kann vielleicht einige Zeit in Anspruch nehmen, aber unter der Mama verbirgt sich immer noch die Frau von früher. Auch wenn da jetzt ein Baby da ist.

 

Fazit

Die beste Freundin ist ein großer Schatz, auf den man besonders gut aufpassen sollte und diese tollen Geschichten, Zitate, Songtexte und auch Rezepte sind eine wahre Liebeserklärung an die beste Freundin. 5/5 Punkte

3 Gedanken zu „Rezension „Einfach beste Freundinnen!“ von Saskia Stöcker/Claudia Feldtenzer

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