Rezension „Ferne Ufer“ von Diana Gabaldon

Ferne Ufer von Diana Gabaldon
Ferne Ufer von Diana Gabaldon

Zum Buch

Ferne Ufer

Originaltitel: Voyager

Übersetzung von Petra Hrabak, Sonja Schumacher, Barbara Steckhan

Erschienen als Taschenbuch

1076 Seiten

ISBN: 978-3-442-36107-6

Band 3                                                       Erschienen bei Blanvalet

 

 

Inhalt

Ihre Liebe war stärker als Zeit und Raum – damals. Werden sie jetzt das Feuer neu entfachen können? Auf der Suche nach James Fraser, dem rebellischen Clanführer, kehrt Claire Randall zurück ins schottische Hochland des 18. Jahrhunderts. Und stets sind die Hoffnung, Mut und unerschütterlicher Humor ihre Wegweiser beim Aufbruch zu ungewissen, fernen Ufern…

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Meinung

Wichtig ist es vorher die anderen zwei Teile gelesen zu haben, ansonsten besteht hier eindeutig SPOILERGEFAHR!

Wir landen im Jahr 1746 und erst einmal erzählt uns Jamie wie es ist wieder zu sich zu kommen und wider dem eigenen Erwarten nicht Tod zu sein. Er wollte sterben, klappte aber nicht so wirklich. Alle Versuche schlugen fehl und dann ist da auch noch der Hauptmann, der auf Grund eines früheren Vorfalls ihm das Leben schenkt. Leben, pah für Jamie ist das kein Leben. Aber zum Sterben ist er zu jung und zu willensstark. Etwas, dass ich an Jamie immer bewundere. Sein Überlebenswille verdrängt alles andere und er kämpft sich durch. Sein Leben ist nicht wirklich einfach, hat er auch nicht erwartet. Es waren einige Situationen, in welcher ich mir dachte echt jetzt? Gibt es denn immer einen schwulen Engländer, der auf Jamie steht? Das ist ja wie ein Déjà-vu. Ein schreckliches Déjà-vu, was mich kurzfristig dazu veranlasst hatte das Buch gegen die Wand zu schmeißen. Ich wollte gar nicht erst weiterlesen, denn ich weiß ja schon was passiert. Dachte ich. Aber die Neugier hat gesiegt, typisch Frau. Ich wollte dann doch wissen was mit Jamie, dem Schotten – Aye – passiert. Es war nicht das einzige Mal, dass dieses Buch gegen die Wand geflogen ist. Manchmal ist das wie in einem schlechten Film. Aber nicht nur der Engländer war Schuld, sondern auch ein paar mal Jamie. Jamie, der sich etwas beugt und die Konsequenzen kennt und diese dann doch in Kauf nimmt, aber seine Qualen und Gewissenbisse haben mich dann doch wieder beruhigt. Er hat eigentlich immer nur versucht das Beste aus der Situationen zu machen.

„… Man hat es nicht unbedingt leichter, wenn man weiß, wozu man bestimmt ist, aber man verschwindet nicht soviel Zeit mit Grübeln und Zweifeln. Mit der Ehrlichkeit ist es ähnlich.“ Seite 112

Während dessen ist Claire immer noch auf der Spurensuche im Jahr 1968. Roger und Brianna unterstützen sie tatkräftig und immer wieder kommen Sequenzen von Franks und ihrem Leben durch. Und auch wie Frank starb. Er war mir im ersten Teil noch sympathisch, im zweiten hat sich diese Sympathie abgebaut und im dritten Teil finde ich seine Art einfach nur noch zum kotzen. Wieso hat er nicht schon viel früher einen Schlussstrich gezogen? Die Reisleine? Wieso hat er sich das angetan? Claire ist nicht einfach, dass hat er aber doch wohl schon gespannt als sie plötzlich wiederaufgetaucht ist. Klar, er wollte Vater sein, aber zu diesem Preis? Ich kann das nicht nachvollziehen. Brianna hat von den Spannungen zwischen ihren Eltern wohl nichts mitbekommen, sie vergöttert ihren Vater. Und hat sonst wohl auch immer die Augen vor der Wahrheit verschlossen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man als Jugendliche nicht mitbekommen, dass die Ehe der Eltern nicht normal ist oder anders als bei anderen Familien. Nach dem sie ihrer Mutter verziehen hat, ist die Situation etwas entspannter und Brianna zeigt doch Interesse an ihrem leiblichen geheimnisvollen Vater. Und als sie ihn endlich gefunden haben stellt sich die Frage für Claire was jetzt tun? Will sie ihre Tochter verlassen und ins ungewisse Reisen oder ohne die Liebe ihres Lebens leben? Die Entscheidung fällt ihr nicht leicht und doch gewinnt Jamie. So reist sie etwas besser vorbereitet zurück ins 18 Jahrhundert. Es dauert auch gar nicht lange und sie findet Jamie wieder, aber kann man einfach so nach 20 Jahren wieder da weiter machen, wo man aufgehört hat? Sicherlich nicht. Zumindest nicht so einfach. Jeder hatte ja sein eigenes Leben gehabt und es gibt immer noch Geheimnisse von Jamie und Sachen über die Jamie, die sie nicht weiß, die nach und nach ans Licht kommen und für viel Wirbel sorgen. Vor allem für Eifersucht auf Claires Seite. Hat sie denn erwartet, dass er zum Mönch wird? Ein paar Mal wäre ich gerne ins Buch gesprungen und hätte Claire gerne in den Hintern getreten was glaubt sie denn? Er hat irgendwie überleben und weiterleben müssen mit dem Wissen, dass sie und sein Kind nie wieder kommen werden. Oh man da treibt mich Claire schon arg in den Wahnsinn, auch wenn sie immer mit dem Kopf durch die Wand will und sich und alle anderen damit in große Gefahr bringt. Nur weil sie unbedingt ihren Willen durchsetzen muss und keine Millisekunde darüber nachdenkt, was das für Konsequenzen haben könnte. Und diese Frau soll schon 49 Jahre alt sein? Ein Teenager trifft es manchmal besser. Außerdem lebt sie nicht mehr im 20. Jahrhundert, in welchem Frauen mehr Mitspracherecht haben und ihre eigene Meinung viel wert ist. Sie hat ihren Posten als Ärztin aufgegeben, damit sie wieder im 18. Jahrhundert leben kann, dann sollte sie sich auch den Gepflogenheiten der Situation schnellst möglich anpassen und ihre Eifersucht in den Griff zu kriegen.

„Du bedeutest mir mehr als mein Leben, und ich bedauere keinen Augenblick.“ Seite 1040

Fazit

Ein Buch, welches wohl häufiger gegen die Wand geflogen ist als mit mir gemütlich auf dem Sofa zu liegen. Es hat mich nicht mehr so packen können wie seine Vorgänger. Schwierige Situationen sind spielend leicht gelöst oder lösen sich in Wohlgefallen auf und Penicillin ist die Lösung aller Probleme, dennoch komme ich von der Geschichte von Claire und Jamie nicht los. 3/5 Punkte

 

Da dieses Buch 2004 im Blanvalet-Verlag erschienen ist fällt es in die #GoldenBacklist Challenge von Simone, Papiergeflüster. Was genau ist die #GoldenBacklist? Dabei geht es hauptsächlich um Bücher, welche vor mehr als 5 Jahren erschienen sind. Sie sollen wieder ein bisschen mehr in das Bewusstsein der Leute treten.

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Band 1 Feuer und Stein                                           Band 2 Die geliehene Zeit -> Rezension

2 Gedanken zu „Rezension „Ferne Ufer“ von Diana Gabaldon

  • Mai 4, 2016 um 6:57 pm
    Permalink

    Liebe Corinna, da musste ich doch echt lachen! Jamie und Claire können einem schon den letzten Nerv rauben 😉 Ich mochte Teil drei nicht so gern. Ich warte auf die neue Übersetzung, vielleicht wird sich dann einiges besser lesen! Die beiden ersten Teile habe ich ja in alter und neuer Übersetzung gelesen und einen großen Unterschied bemerkt. Naja, Band 4 wird jedenfalls wieder typisch Jamie und Claire! Allerdings hat sie diesmal Heimvorteil! Mir hat der Band mir richtig gut gefallen und ich bin gespannt, was du dazu sagst!
    Liebe Grüße,
    Frauke

    Antwort
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