Rezension „Das Verstummen der Krähe“ von Sabine Kornbichler

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Das Verstummen der Krähe

Erschienen als Taschenbuch / eBook

ISBN: 978-3-492-30203-6

Erschienen bei Piper Verlag

 

 

 

 

Inhalt

Kristina Mahlos Auftrag als Nachlassverwalterin hat es in sich. Eine Verstorbene vererbt ihr beträchtliches Vermögen ihren fünf besten Freunden, jedoch unter der Bedingung, dass es gelingt, den Mord aufzuklären, für den ihr Mann einst verurteilt worden war. Kris will den Fall ablehnen, doch dann entdeckt sie in der Wohnung der Toten einen Hinweis auf ihren eigenen Bruder Ben, der vor Jahren spurlos verschwand …

Das Verstummen der Krähe ist der Auftakt der Kristina-Mahlo-Reihe. Sehr ungewöhnlich ist an diesem Krimi, dass keine Polizistin oder Detektivin oder Gerichtsmedizinerin ermittelt, sondern eine Nachlassverwalterin. Die sich eigentlich nur um den Nachlass der verstorbenen kümmern sollte. Doch Kristina Mahlo gehört nicht zu den Menschen, die einfach nur ihren Job machen, um das Geld dafür zu kassieren, nein sie interessiert sich für die verstorbenen Menschen und versucht deren Interessen auch nach dem Tod noch durchzusetzen. Jeder verstorbene ist für sie ein Mensch mit einer Vergangenheit und einer Geschichte, die es zu schützen gilt oder eben zu verteidigen. Sie kümmert sich, dass Erben gefunden werden, dass das Erbe im Sinne der verstorbenen verteilt wird. Dadurch hat sie sich einen guten Ruf aufgebaut. Als sie den Auftrag erhält, die Nachlassverwaltung von Theresa Lenhardt zu regeln zögert sie jedoch. Denn in dem Testament sind Theresa Lenhardts fünf beste Freunde genannt, doch es dürfen nur jene erben, die eindeutig von dem Verdacht befreit sind Konstantin Lischka getötet zu haben. Für dessen Tod wurde vor Jahren Theresas Mann verurteilt, doch sie ist sich sicher, dass er zu unrecht verurteilt wurde. Als hätte Theresa vorher gewusst, dass Kris ablehnen würde lockte sie sie mit Ben, Kristinas verschwundenem Bruder. Sie deutete an es könnte eine Verbindung zwischen dem Verschwinden von Ben und dem Tod von Konstantin Lischka geben. Mit gemischten und zwiespältigen Gefühlen stürzt sich Kris in die Nachlassverwaltung und wird dadurch zur Ermittlerin.

 „Hast du nicht mal gesagt, Diplomatie sei etwas für Leute, die sich für keine Seite entscheiden könnten?“

Position 394-395 aus dem eBook

Meinung

Es ist kein typisches Krimibuch, da die Ermittlerin in diesem Fall als Nachlassverwalterin fungiert, aber dennoch bleibt das Buch nicht unspannend. Es dreht sich zwar mehr um die Ermittlungsarbeit und die Verwaltung von Nachlässen, lässt denn Leser aber trotzdem mit fiebern, ob einer der Freunde wirklich Schuld hat an dem Tod von Konstantin Lischka. Auch der Leser möchte wissen was mit Ben passiert ist und wie sein verschwinden mit den Erben von Theresa Lenhardt in Zusammenhang steht. Unter seinem Verschwinden leidet die komplette Familie. Die Eltern von Kris leben zwar noch im gleichen Haus, aber auf verschiedenen Ebenen und kommunizieren nur noch über Klebezettel auf den Briefkästen. Im Hof brennt eine Kerze für Ben, denn der Vater ist überzeugt, solange die Kerze brennt lebt Ben. Häufig ist Rätselraten angebracht, um zu erkunden wer die Wahrheit sagt und wer nicht.

Besonders liebenswert macht dieses Buch die Nebenhandlungen aus. Die Geschichte von Kris Eltern und das Geheimnis von Henrike, die einen Trödelladen auf dem Hof von den Mahlos führt. Diese kleinen Details lassen die Geschichte noch einen Tick interessanter wirken. Jede Figur für sich ist eine Entdeckung wert, mit all ihren Facetten.

 „Hüte dich vor Männern, die deine Wangen erst rosig und dann aschfahl werden lassen.“

Position 2664-2665 aus dem eBook

Fazit

Ich kann euch diese Geschichte nur ans Herz legen. Sie weckte in mir meine längst vergessen geglaubte Rätselleidenschaft. Ich habe mit geraten und gefiebert, war frustriert wenn ich mit meiner Vermutung daneben lag und musste jedes Mal auf’s neue über die Klebezettel an den Briefkästen schmunzeln. Mit jedem Charakter, der dazu kam freute ich mich ihn kennen zu lernen und entdecken zu können was ihn wohl auf den Hof verschlagen hatte, oder welches Geheimnis er wohl hüten mag.

Das Verstummen der Krähe bekommt 5/5 Punkten.

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