Rezension „Unschuldslamm“ von Judith Arendt

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Unschuldslamm

Erschienen als Taschenbuch

315 Seiten

Reihenfolge 1. Band

ISBN: 978-3-548-28564-1

Erschienen bei Ullstein

 

Inhalt

Als Ruth Holländer zur Schöffin berufen wird, wollte sie sich gerade entspannt zurücklehnen: Die Scheidung ist durch, ihr französisches Bistro rechnet sich endlich, und die Kinder sind aus dem Gröbsten raus. Aber der anfängliche Unwille verfliegt schnell, bereits ihr erster Tag als Laienrichterin ist spektakulär: Es geht um einen Mord! Ein junger Mann soll seine Schwester getötet haben, weil diese mit dem falschen Jungen zusammen war. Der Verdacht eines „Ehrenmordes“ liegt nahe. Doch Ruth ist skeptisch, der Angeklagte wirkt unschuldig. Ist die Familie der Toten wirklich so religiös? Oder hat Eifersucht eine Rolle gespielt? Ruth stürzt sich mit psychologischem Gespür in den Fall, der ihr keine Ruhe mehr lässt.

2015-03-22 16.29.21

Meinung

Ruth ist eine sympathische 49-jährige alleinerziehende Mutter, die ein französisches Bistro betreibt und seit kurzem auch endlich geschieden ist. Endlich kann sie beginnen ihr Leben zu genießen. Da flattert ein Brief herein und teilt ihr mit, dass sie als Schöffin berufen worden ist. Doch da Ruth dies nicht wirklich passt verschwindet der Brief unter einem Stapel anderen Sachen. Der Leser begleitet Ruth zunächst bei ihrem täglichen Leben, so lange bis ihr der Brief wieder einfällt und wir gemeinsam mit Ruth ins Gericht stolpern und von den Abläufen erst mal keine Ahnung haben. Zu allem Überfluss fährt auch noch ein protziges Auto durch eine Pfütze und beschmutzt Ruths Mantel. Als dann die Verhandlung beginnt stellt sich heraus es handelt sich um Ehrenmord und ausgerechnet an einem Mädchen, dass fast genauso alt ist, wie Ruths Tochter Annika. Der Fall verfolgt Ruth auch noch nach dem ersten Tag bei Gericht. Sie wird das Gefühl nicht los, Aras, der Angeklagte sei unschuldig. Er fand seine Schwester und als die Rettungskräfte eintrafen hielt er sie schluchzend in den Armen. Er soll trotzdem der Täter gewesen sein und seine Schwester kaltblütig ermordet haben, weil sie ein zu westliches Leben geführt hat? Für Ruth scheint dies alles wenig glaubhaft. So beginnt Ruth sich ein eigenes Bild von dem Fall zu machen. Schaut sich ein bisschen am Tatort um, um ein Gefühl dafür zu bekommen, lässt sich von ihrer Tochter einen typischen Abend von 16-Jährigen erzählen und diskutiert mit ihrer Freundin und Angestellten Jamila, einer Marokkanerin, über die Vorurteiler gegenüber Kurden und Türken bezüglich eines Ehrenmordes. Und mit Ruth gemeinsam stellt der Leser fest, oft trügt der Schein.

Durch die unterschiedlichen Kapitel, nicht nur aus der Sicht von Ruth bekommt der Leser einen guten Einblick und ist sehr gespannt, wie das Ganze sich letztendlich auflösen wird.

 

Familie, dachte Ruth. Was für ein fragiles Gebilde. Familie, das sollte doch Geborgenheit sein und Schutz. Seite 138

Fazit

Ein spannender und sympathischer Auftakt zu der Reihe von Ruth Holländer. Mit viel Fingerspitzengefühl und ohne die eindeutigen Klischees eines Ehrenmordes zu bedienen folgt der Leser Ruth Holländer auf der Suche nach der Wahrheit.

5/5 Punkte

2 Gedanken zu „Rezension „Unschuldslamm“ von Judith Arendt

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