Rezension „Mädchenwiese“ von Martin Krist

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Mädchenwiese

Erschienen als Taschenbuch/e-Book

416 Seiten

ISBN: 978-354-828-353-1

Erschienen bei Ullstein

 

 

Inhalt

Sie sind jung. Sie sind schön. Und keiner hört ihren Todesschrei.

Die alte Frau sieht alles kommen. Sie findet die toten Mädchen. Sie kennt ihren Mörder. Aber sie wird schweigen. Der kleine junge bangt um seine verschwundene Schwester, denn er hat etwas gesehen. Er will reden, doch niemand hört ihm zu. Seit Alex Lindner vor Jahren seinen Dienst als Kommissar quittiert hat, lebt er zurückgezogen in der Provinz. Als auch hier ein Mädchen verschwindet, weiß er: Der Mann, den er damals vergeblich jagte, ist zurück. Diesmal muss er ihn fangen, denn der Blutzoll wird steigen.

Meinung

In dem kleinen Dorf Finkenwerda im Spreewald ist nicht viel geboten. Es gibt eine kleine Kneipe, einen Supermarkt und einen Jugendclub. Alles ist völlig normal. Bis ein Mädchen spurlos verschwindet – Lisa  –

Lisa Theis, 16 Jahre, ist die Tochter von Laura, diese ist alleinerziehend und immer furchtbar gestresst, hat kaum Zeit für ihre Kinder Lisa und Sam. Genau genommen hat sie nicht einmal eine Ahnung davon was ihre Kinder gerne mögen oder essen, da sie eigentlich nur mit sich selber beschäftigt ist. Furchtbar unsympathisch macht sie auch, dass sie ständig nur rumschreit und niemanden ausreden lässt, ständig fährt sie jemandem über dem Mund, genau wie ihr Schwager Frank. Auch er lässt niemanden zu Wort kommen. Diese Eigenschaft macht die beiden zu unangenehmen Zeitgenossen. Ich wäre gerne ein paar Mal ins Buch gesprungen, um sie zu schütteln.

Das Buch ist in unterschiedlichen kurzen Abschnitten aufgebaut, sprunghaft und am Höhepunkt der Spannung wechselt Martin Krist in eine andere Perspektive. Da wäre zum einen die Geschichte von Berta Kutscher. Sie erzählt jemandem ihre traurige und teilweise schreckliche Geschichte.

Dann wäre da noch Alex Lindner, er besitzt die Kneipe „Elster“. Sie gehörte früher seinen Eltern. Eigentlich ist Alex Kriminalpolizist. Er jagte bis vor drei Jahren die Bestie. Ein Mörder, welcher junge Mädchen entführte, quälte, folterte und anschließend irgendwo ablegte. Doch Alex beging einen folgenschweren Fehler und hat seinen Job an den Nagel gehängt. Seine Freunde sind für ihn sehr wichtig. Da wäre Ben, ein Sozialarbeiter ohne Job, der den Jugendclub im Ort betreut. Norman ein Anwalt, der mit seiner Familie in Berlin wohnt und Paul. Paul ist Journalist und auf der Suche nach der großen Story.

Alle Handlungsstränge laufen parallel zueinander, nur bei Berta ist es anders, ihre Geschichte spielt in der Vergangenheit.

Ganz klar sticht heraus, was fehlende Kommunikation zur Folge haben kann. Nicht zuhören oder ausreden lassen oder einfach etwas verschweigen oder gar totschweigen macht die Dinge nicht besser. Martin Krist schafft realistische Charakter mit allen Fehlern und Schwächen, die ein Mensch eben haben kann. Da wäre zum einen der kleine Sam, er möchte nicht als Loser angesehen werden, hat aber vor allem möglichen furchtbare Angst und ist dennoch auf seine Art mutig. Auch Bertas Geschichte ist erschreckend glaubwürdig und nachvollziehbar. Und lies mich manches Mal nach Luft schnappen.

Fazit

Es geht in Mädchenwiese nicht nur alleine um eine Bestie, die willkürlich Mädchen mordet, sondern auch um die zwischenmenschlichen Beziehungen. Das Versagen und auch die Überforderung der eigenen Vergangenheit oder der Fehler, die man nicht wieder ungeschehen machen kann. Die Auflösung, wer die Bestie tatsächlich ist hat mich überrascht. Martin Krist zeigt in Mädchenwiese auf was das Umfeld und die Erziehung aus einem Menschen machen können und vor allem wozu Menschen wirklich fähig sind. Ein erschreckender, beklemmender und absolut lesenswerter Thriller.

5/5 Punkte

2 Gedanken zu „Rezension „Mädchenwiese“ von Martin Krist

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