Rezension „Der Mann, der kein Mörder war“ von Hjorth&Rosenfeldt

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In einem Waldstück bei Västeras wird die Leiche eines Jungen entdeckt – brutal ermordet, mit herausgerissenem Herzen. Roger war Schüler eines Elitegymnasiums, ein sensibler Junge. Die Polizei vor Ort ist überfordert, und so reist Kommissar Höglund mit seinem Team aus Stockholm in die Provinz. Dort trifft er überraschen einen alten Bekannten: Sebastian Bergmann, ein brillanter Kriminalpsychologe und berüchtigter Kotzbrocken. Er bietet Höglund seine Hilfe an. Das Team ist wenig begeistert, doch schon bald wird der hochintelligente Bergmann, unverzichtbar. Denn in Västeras gibt es mehr als eine zerstörte Seele…

Früher hatte sich Sebastian immer einsam gefühlt. Als hätte er neben dem Leben und den anderen Menschen hergelegt. Als wäre er neben ihnen hergelaufen, aber nie mit ihnen. Seite 181 

Meinung

Ich habe bisher noch überhaupt nichts von diesem Buch gehört und wäre wahrscheinlich, nein ziemlich sicher sogar an diesem Buch vorbeigegangen, hätte mir meine Buchhändlerin nicht einen Tipp gegeben. Ein Junge wird in einem Waldstück mit herausgeschnittenem Herz gefunden. Die Polizei in Västeras ruft sich Unterstützung in Form der Reichsmordkomission von Torkel Höglund und seinem Team. Bisher ist bei den Ermittlungen alles schief gelaufen was schieflaufen kann und dann gibt es da überhaupt kein Mordmotiv. Der Junge, Roger, war relativ unauffällig und hatte nicht viele Freunde. Zur gleichen Zeit kommt Sebastian Bergmann nach Västeras. Sebastian Bergmann ist oder war ein brillanter Kriminalpsychologe und ein Kotzbrocken, wie er im Buche steht. Er benutzt Frauen wie Wegwerfhandtücher und führt sich auch ansonsten auf wie der letzte Mensch auf Erden. Eigentlich hat er alle Eigenschaften, die ich nicht leiden kann, aber irgendwie ist da auch was verletzliches an ihm was er mit viel Sex unter Kontrolle bringen will. Er hat Alpträume und es muss was furchtbar schlimmes in seiner Vergangenheit passiert sein. Und das macht ihn mir irgendwie auch wieder sympathisch, denn es zeigt auch der brillanteste Mensch, der viel von sich selbst hält hat eine Schwachstelle, die ihn menschlich wirken lässt. Als er zufällig über Torkel Höglund stolpert will Sebastian wieder für diesen Fall ein Teil von Team werden, es versteht sich natürlich von selbst, dass er sich davon etwas erhofft. Er erhofft sich Informationen, da er bei seinen Eltern über etwas gestolpert ist. Dafür nimmt er in Kauf auch wieder mit Ursula zusammen zu arbeiten. Sebastian ist für den Fall, sowie für das Team eine Bereicherung und es führt gleichzeitig zu viel Spannungen untereinander. Der Fall ist lange Zeit schwierig zu lösen, doch nach und nach setzt sich das Puzzle zusammen und es wird für mich unmöglich das Buch aus der Hand zu nehmen. Immer wenn ich meinte zu wissen was passiert ist kommt ein neues Detail dazu und nichts passt mehr zusammen. Die Auflösung des Mörders fand ich richtig klasse und damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Gut hat mir gefallen, dass ich immer wieder einen kurzen Einblick in die Sichtweise des Mannes bekam, der kein Mörder war.

 

Fazit

Ein spannender Krimi, mit tollem unerwartetem Ende. Definitiv nicht mein letztes Buch von den zwei Autoren. 5/5 Punkte

 

978-3-499-25670-7Zum Buch

Der Mann, der kein Mörder war

Originaltitel Det Fördolda

Übersetzung von Ursel Allenstein

Erschienen als Taschenbuch

588 Seiten – Band 1

ISBN: 978-3-499-25670-7

Erschienen bei Rowohlt

2 Gedanken zu „Rezension „Der Mann, der kein Mörder war“ von Hjorth&Rosenfeldt

  • Februar 27, 2017 um 3:47 pm
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    Schön, wenn nicht nur über ganz neue Bücher geschrieben wird!
    Ich habe „Der Mann, der kein Mörder war” auch erst recht spät gelesen (letzten Sommer), war aber nicht ganz so begeistert wie du. Bzw. … es hat gedauert, bis ich reingekommen bin und ich fand es auch gut, aber nicht so gut, dass ich alles stehen und liegen lassen würde dafür. Viele schrieben mir aber, ab Band 2 würde es noch viel viel besser werden, deswegen werde ich wohl doch nochmal irgendwann zu Band 2 greifen. Oder vielleicht noch abwarten, wie er dir gefallen hat. 😉
    Viele Grüße!

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    • März 1, 2017 um 2:37 pm
      Permalink

      Ich bemühe mich immer, auch weniger aktuelle Bücher zu besprechen, gelingt mir allerdings nicht immer.
      Dann sollte ich baldmöglichst Band 2 lesen oder du liest ihn und ich schaue, ob du begeisterter bist.
      Liebe Grüße

      Antwort

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